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      • Veröffentlicht am 24. Feb. 2023
      • Zuletzt bearbeitet am 29. Aug. 2023
    • 8 min

    Wie man Messschieber richtig benutzt

    Ob analog oder digital – jeder Messschieber hat seine Vor- und Nachteile. Vor allem das Ablesen bereitet vielen, die das erste Mal eine Schieblehre mit beweglicher Längenskala in die Hand nehmen, Schwierigkeiten.

    Messschieber

    Was sind Messschieber?

    Ein Messschieber (vor allem in Österreich: Schiebelehre oder Schublehre) ist ein Werkzeug mit zwei verstellbaren Schenkeln zur genauen Bestimmung der Abmessungen von Gegenständen. Messschieber kommen häufig in der Metallbearbeitung, aber auch in vielen anderen Bereichen wie der Büchsenmacherei und dem Holzdrehen zum Einsatz. Sie ermöglichen das Messen von Außen- und Innenmaßen sowie Tiefen. Darüber hinaus bieten sie eine hohe Genauigkeit, was vor allem bei kleineren Werkstücken nützlich ist.

    Es viele verschiedene Ausführungen, die speziell für die jeweiligen Anwendungen und Aufgaben entwickelt wurden. Worin genau diese sich unterscheiden und wie mit ihnen gemessen wird, werden wir im Verlauf dieses Ratgebers erläutern.

    Wie funktioniert ein Messschieber?

    Eine Schiebelehre hat zwei an einem mittig angeordneten Scharnier befestigte Schenkel, die zueinander- oder auseinandergeschoben werden können. Genau genommen handelt es sich um zwei Schenkelpaare: eines für Außen- und eines für Innenmaße. Einige Messwerkzeuge haben eine zusätzliche Feineinstellung, die es Ihnen erleichtert, die Schenkel exakt an das Werkstück anzupassen.

    Den Messwert lesen Sie entweder direkt auf einem digitalen Display ab oder bei analogen Varianten auf einer Skala. Hier gibt es zwei Typen: Den Nonius und die Rundskala. Nonius-Messschieber haben eine bewegliche Längenskala, die parallel zur Hauptskala bewegt wird. Schauen Sie genau senkrecht auf den Nonius. Der Teilstrich links vom Nullwert gibt die Vorkommastelle der Maßeinheit (Zentimeter oder Zoll) an; die Skala rechts davon den Messwert für die Nachkommastelle. Das Ablesen erfordert etwas Übung und ein gutes Auge.

    Die einzelnen Elemente eines Messschiebers

    Wie man einen Messschieber richtig verwendet

    Mit Messschiebern lassen sich vier Arten von Messungen durchführen: Innenmaße, Außenmaße, Tiefe und Stufe.

    Wichtig: Für ein genaues Ergebnis sollten Sie bei der Verwendung eines Messschiebers stets darauf achten, die Messung im rechten Winkel durchzuführen.

    So misst man mit einem Messschieber: die vier verschiedenen Arten

    Innenmessschenkel

    Innenmaße von Gegenständen oder Freiräumen werden mit den kleinen Innenmessschenkel an der Oberseite des Messschiebers genommen. Schließen Sie dazu den Messschieber, platzieren Sie die Schenkel in den zu messenden Bereich oder Gegenstand und bewegen Sie sie dann so weit wie möglich auseinander.

    Außenmessschenkel

    Für das Außenmaß an einem Objekt schieben Sie die Schenkel des Werkzeugs auseinander, setzen Sie sie über den Gegenstand und schieben Sie sie dann so weit wieder zu, bis sie den Gegenstand umfassen.

    Tiefenmaß

    Für Löcher (z.B. von Bohrungen) nehmen Sie das Tiefenmaß. Dafür ziehen Sie es aus dem Ende des Messschiebers und drücken zum Messen das Hauptelement des Messschiebers gegen die Außenseite der zu messenden Bohrung bzw. des zu messenden Spalts. Öffnen Sie dann den Messschieber, bis der Tiefenmesser die tiefste Stelle erreicht.

    Stufenmessflächen

    Verwenden Sie die Stufenmessflächen, in dem Sie den Messschieber bei geöffneten Schenkeln flach auf der oberen Stufe des zu messenden Objekts platzieren. Öffnen Sie anschließend den Messschieber, bis der feststehende Schenkel die untere Stufe erreicht.

    Verschiedene Messschiebearten

    Für jedes Einsatzgebiet gibt es einen passenden Messschieber. Sie unterscheiden sich in Anzeigenart, den Messmöglichkeiten und ihrer Form nach DIN 862. In dieser sind fünf verschiedene Formen festgelegt. Die Messwerkzeuge unterschieden sich vor allem darin, wie die Klingen angeordnet sind und ob Tiefen, Innen- oder Außenmaße gemessen werden können. Im Folgenden sind die häufigsten Messschieber mit ihrem jeweiligen Verwendungszweck aufgeführt.

    Form A – Taschenmessschieber

    Der sogenannte Taschenmessschieber ist die verbreitetste Form. Mit ihm bestimmen Sie sowohl Innen-, Außen- als auch Tiefenmaße. Diese Form finden Sie in unserem Sortiment unter mit Nonius, mit Rundskala oder mit Digitalanzeige. In DIN 862 sind Fehlergrenzen abhängig von Länge und Noniuswert bestimmt. Bei einem Noniuswert von 0,02 mm und einer bis 100mm Länge liegt sie zum Beispiel bei 0,02mm.

    Messschieber mit Nonius (Detail)

    Merkmale:

    • Bietet hohe Messgenauigkeit, erfordert jedoch etwas Übung im Umgang
    • Zur Messung von Innen-, Außen- und Tiefenmaßen
    • Benötigen keine Batterien
    • Sehr robust

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    Form C – Tiefenmessschieber

    Mit einem Tiefenmessschieber überprüfen Sie genau die Tiefe von Vertiefungen, Schlitzen oder Bohrungen. Neben der digitalen Schieblehre finden Sie in unserem Sortiment auch praktische Taschen-Tiefenlehren. Möchten Sie kleine Vertiefungen besonders präzise ausmessen, empfehlen wir Ihnen ein Tiefenmikrometer.

    Messschieber Form E – Werkstattmessschieber

    Mit einem Werkstatt-Messschieber können Sie nur Innen- und Außenmaße messen. Wie bei der Form B werden Innenmaße mit den unteren Messflächen gemessen. Eine Innenmessung ist also erst ab der Breite der dieser Messflächen möglich. In unserem Sortiment finden Sie analoge und digitale Werkstatt-Messschieber mit Messbereichen bis 1000 mm.

    Werkstattmessschieber

    Merkmale:

    • Sind sowohl in Ausführungen mit Nonius als auch mit digitaler Anzeige erhältlich
    • Zur Messung von Innen- und Aussenmaßen, jedoch keine Tiefenmessung

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    Mikrometer

    Diese Präzisions-Messschieber stellen eine Sonderform dar und werden auch als Bügelmessschrauben bezeichnet. Sie erlauben feinste Messungen (bis 0,00001 mm genau), die dank Digitalanzeige exakt abgelesen werden können. Mithilfe von Amboss und Spindel werden sie auch zum Messen von Tiefen, Längen und Dicken eingesetzt. Bei einer Außenmessung wird der Gegenstand zur Gewährleistung einer genauen Messung zwischen Amboss und Spindel geklemmt und das Mikrometer gesperrt. Mikrometer kommen häufig im Maschinenbau zum Einsatz.

    Anzeigentypen im Vergleich

    Digitale Messschieber

    Messschieber mit digitaler Anzeige sind eine moderne Weiterentwicklung der altbewährten Messgeräte und verfügen über eine elektronische Anzeige. Solche Displays haben den Vorteil, dass sie Parallaxenfehler vermeiden. Ein interner Mikroprozessor berechnet die Position der Messschenkel und gibt sie als diskreten Zahlenwert aus. Via Datenkabel können Messergebnisse auch auf den PC übertragen werden.

    Nonius-Messschieber

    Dieser Schieber wurden im Jahr 1631 vom französischen Mathematiker Pierre Vernier entwickelt, nach dem dieses Werkzeug auch in England, Frankreich und anderen Ländern benannt ist. Es verfügt an der Ober- und Unterseite jeweils über zwei Skalen mit metrischem und Zollmaß. Diese Schiebelehren werden zum Messen von Außen- und Innenabständen sowie für Tiefenmessungen verwendet. Die Messabweichung darf nach DIN 862 maximal 0,1 mm betragen.

    Uhren-Messschieber

    Diese verfügen statt über einen Nonius über eine Rundskala mit frei wählbarer Nullstellung. Abgesehen von der Skala unterscheiden sie sich nicht sehr von anderen Messschiebertypen und können für die gleichen Arten von Messungen verwendet werden. Die Skala erleichtert das Ablesen gegenüber Messschiebern mit Nonius, ist jedoch etwas anfälliger für Feuchtigkeit und Erschütterungen.

    Die häufigsten Fragen zum Ablesen eines Messschiebers

    Was ist eine Nullpunktabweichung?

    Die Nullpunktabweichung ist eine der häufigsten Messabweichungen bei Messgeräten wie bei Messschiebern. Diese steht für den Messwert eines Werkzeugs oder Systems, wenn der tatsächliche Messwert null ist. Es ist wichtig, die Nullpunktabweichung zu berücksichtigen, da es sonst zu einer systematischen Unsicherheit kommen kann.

    Worin besteht die Nullpunktabweichung eines Messschiebers mit Nonius?

    Die Nullpunktabweichung entsteht, wenn die Messschenkel in die geschlossene Position gebracht werden, sodass sie einander berühren, aber der Nullpunkt auf der Noniusskala nicht exakt mit dem Nullpunkt auf der Hauptskala übereinstimmt. Dies kann durch eine unzureichende Kalibrierung oder aber durch Änderung der Ausrichtung der Schenkel aufgrund mechanischer Krafteinwirkung verursacht werden.

    Was ist ein Parallaxenfehler?

    Beim Ablesen kann es zu einer optischen Verschiebung der Hauptskala und des Nonius kommen, wenn man diese nicht genau im rechten Winkel betrachten. Diese Messabweichung nennt man Parallaxenfehler. Deshalb braucht es etwas Übung, um ein wirklich genaues Ergebnis zu erhalten.

    Was ist genauer, der Messschieber mit Nonius oder das Mikrometer?

    Klassische Messschieber werden in der Regel zur Messung von Gegenständen von bis zu einigen Zentimetern Durchmesser mit einer Genauigkeit von +/-0,1 mm eingesetzt. Wenn ein genauerer Messwert benötigt wird, kann ein Mikrometer verwendet werden. Diese Werkzeuge weisen in der Regel eine Genauigkeit von 0,01 mm auf und werden zum Messen von Objekten verwendet, die höchstens wenige Millimeter groß sind.

    Wie genau misst ein digitaler Messschieber?

    Ein Vorteil von elektronischen Schieblehren, neben der einfacheren Lesbarkeit der Skala, ist die hohe Genauigkeit. Wie genau hängt vom jeweiligen Modell ab, dennoch sind Messergebnisse mit einer Genauigkeit im Bereich 0,001 oder gar 0,0001 Millimeter keine Seltenheit (letzteres vor allem bei Mikrometern). Obwohl Analog-Messschieber also bereits eine sehr hohe Genauigkeit aufweisen, sind Messgeräte mit Digitalanzeige noch genauer.

    Beliebte Messschiebermarken

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