Persönliche Schutzausrüstung richtig auswählen

So finden Sie bequeme Workwear für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz

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Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, die Gesundheit und Sicherheit Ihrer Mitarbeiter zu schützen. Eine der erforderlichen Massnahmen ist die Bereitstellung geeigneter persönlicher Schutzausrüstungen (PSA). In diesem Ratgeber stellen wir Ihnen die wichtigsten Vorschriften vor sowie verschiedene Arten von Arbeitsschutzkleidung, die diese Massgaben erfüllen.

Was ist persönliche Schutzausrüstung?

Die persönliche Schutzausrüstung umfasst sowohl Arbeitsschutzkleidung als auch alle Arten von am Körper getragener Zusatzausstattung – von Schutzbrillen bis zu verstärkten Stiefeln.Laut Art. 5 der Verordnung über die Unfallverhütung (VUV) handelt es sich dabei um „Schutzhelme, Haarnetze, Schutzbrillen, Schutzschilde, Gehörschutzmittel, Atemschutzgeräte, Schutzschuhe, Schutzhandschuhe, Schutzkleidung, Schutzgeräte gegen Absturz und Ertrinken, Hautschutzmittel sowie nötigenfalls auch besondere Wäschestücke“. Diese müssen dann zur Verfügung gestellt werden, wenn technische oder organisatorische Massnahmen nicht zur Unfallverhütung ausreichen.

Unternehmen sind in der Pflicht, die Gefahren am Arbeitsplatz auf ein Minimum zu reduzieren, insbesondere in Industrieanlagen und Fabriken. Zu den hierfür erforderlichen Massnahmen gehören die Schulung des Personals, das Errichten von Barrieren wie Geländer sowie die regelmässige Wartung von Arbeitsmaschinen. Nun ist es allerdings nicht immer möglich, all diese Vorkehrungen zu treffen, insbesondere, wenn die Arbeitsumgebung kein fester Standort ist. Arbeitsschutzkleidung muss also den Schutz bieten, die das risikoarme Arbeiten in gefährlicher Umgebung überhaupt erst ermöglichen. Das beste Beispiel hierfür ist persönliche Schutzausrüstung für Feuerwehr, die an viele verschiedene Orte zum Einsatz gerufen wird.

Die grössten Risiken stellen jedoch nicht nur unmittelbare Gefahren wie extreme Temperaturen oder fallende Gegenstände dar, sondern jene, die über einen längeren Zeitraum anhalten, z.B. hörschädigender Lärm und toxische Luftschadstoffe. Diese führen langfristig zu Gesundheitsbeeinträchtigenden und häufig auch zu Berufsunfähigkeit.

Moderne, sorgfältig konstruierte PSA reduziert das Verletzungsrisiko erheblich und verringert auch Gefahren durch dauerhafte Belastung.

Vorschriften für PSA am Arbeitsplatz

In der Schweiz legen die folgenden Verordnungen und Gesetzen die Vorschriften für persönliche Schutzausrüstung fest:

  • Arbeitsgesetz (ArG)
  • Unfallversicherungsgesetz (UVG)
  • Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV)
  • Bauarbeitenverordnung (BauAV)
  • Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz (ArGV 3)
  • Verfügung des Eidgenössischen Departementes des Innern über die technischen Massnahmen zur Verhütung von Berufskrankheiten, die durch chemische Stoffe verursacht werden.

Ferner regelt Art. 1 PSAV das Inverkehrbringen von Produkten in die Schweiz in Verkehr gebracht werden, die den Richtlinien der EU-PSA-Verordnung entsprechen. Diese beinhalten:

  • Schutzkleidung (darunter Warnkleidung, Wetterschutzkleidung, Maschinenschutzanzüge, Chemikalienschutzanzüge, Flammenschutzanzüge und Schweißerschutzanzüge)
  • Atemschutzgeräten (darunter Filtergeräte sowie Isoliergeräte, Vollmasken, Halbmasken, Viertelmasken, Mundstückgarnituren, Atemschutzhauben, -helme und Schutzanzüge, sowie Atemschutzanzüge mit Atemluftversorgung)
  • Fuß- und Knieschutz (z.B. Sicherheitsschuhe)
  • Augen- und Gesichtsschutz (z.B. Gesichtsmasken)
  • Kopfschutz (z.B. Schutzhelme)
  • Gehörschutz (darunter Kapselgehörschutz, Gehörschutzstöpsel und Otoplastiken)
  • Schutzhandschuhen (z.B. zum Schutz vor elektrischer Spannung)
  • PSA gegen Abstürze
  • PSA zum Retten aus Höhen und Tiefen
  • PSA gegen Ertrinken

Wer muss die persönliche Schutzausrüstung bezahlen?

Laut Art. 5 VUV muss der Arbeitgeber für sämtliche persönliche Schutzausrüstung sowie deren Instandhaltung aufkommen und auch die Kosten dafür tragen.Bei entliehenen Mitarbeitern muss der Einsatzbetrieb für die PSA aufkommen. Arbeitskleidung, die nicht speziell zum Schutz der Gesundheit des Arbeitnehmers dient, muss hingegen der Arbeitnehmer bezahlen. Dazu zählen z.B. Uniformen, Schürzen und Kitteln und Schuhe. Allerdings muss auch vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Arbeitskleidung gewisse Sicherheitsbestimmungen erfüllen. So müssen Arbeitsschuhe rutschfeste Sohlen haben und Oberbekleidung darf nicht leicht entflammbar sein, falls sich offene Flammen in der Arbeitsumgebung befinden.

Wer muss PSA bezahlen?

Welche persönliche Schutzausrüstung ist je nach Arbeitsaufgabe zu tragen?

Für jede Situation gibt es die richtige Workwear. Werfen wir einen Blick auf die am häufigsten Arten von PSA:

Sicherheitsschuhe und -stiefel

Verstärkte, durchtrittsichere Sicherheitsstiefel und -schuhe gehören zu den wichtigsten PSA-Artikeln. Eine Zehenschutzkappe aus Stahl, Aluminium oder Kunststoff schützt insbesondere die Zehen vor starken Krafteinwirkungen durch Stösse und herabfallende Gegenstände. Eine wichtige Rolle bei der Unfallverhütung spielt auch die rutschfeste Sohle.

Die Sicherheitsklassen (SB, SB-P sowie S1 bis S5) geben Aufschluss darüber, für welche Situationen sich das Schuhwerk eignet.

Persönliche Schutzausrüstung: Sicherheitsschuhe
    Zum Schutz vor
  • Verletzungen am Fersenbereich (S1 und höher)
  • starker Feuchtigkeit (S2 und S3)
  • extremer Feuchtigkeit und Nässe (S4 und S5)
  • ESD-Schäden (ESD-Schutzklassen)
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Atemschutzmasken

Man unterscheidet Atemschutzmasken in zwei Hauptkategorien: Filtergeräte und Isoliergeräte. Erstere wirken abhängig von der Umgebungsatmosphäre und verfügen entweder über nicht trennbare Filter oder trennbare Filter mit oder ohne Gebläse. Bei Isoliergeräten unterscheidet man nicht frei tragbare und frei tragbare. Einweg-Gesichtsmasken eignen sich für den Einsatz in hygienischen und kontaminationsempfindlichen Umgebungen.

Persönliche Schutzausrüstung: Atemschutzmasken
    Zum Schutz vor
  • toxischen Partikeln in der Luft
  • (geruchlosen) Gasen oder Dämpfen
  • Gefahren aufgrund von Sauerstoffmangel
  • Kontamination
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Schutzhandschuhe

Schutzhandschuhe bewahren die Hände von Arbeitern vor Verletzungen aufgrund mechanischer, chemischer oder temperaturbedingter Risiken. Für jede Schutzfunktion ist ein Grad angegeben, der sich nach Tests nach europäischem Schutzstandard richtet.

Persönliche Schutzausrüstung: Handschuhe
    Zum Schutz vor
  • mechanischen Verletzungsrisiken (EN388)
  • chemischen (EN374-3) und biologischen Risiken (EN374-2)
  • gefährlicher Hitze und Feuer (EN407)
  • schädlicher Kälte (EN511)
  • elektrischen Spannungen (EN60903)
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Professioneller Gehörschutz

Ab einer Lautstärke von über 80 dB (was ungefähr dem Geräuschpegel in einer Fabrikhalle entspricht) kann sich über einen längeren Zeitraum stattfindende Lärmexposition negativ auf das Hörvermögen auswirken. Kapsel-Gehörschutz und Gehörschutzstöpsel schaffen hierbei Abhilfe und bieten zudem noch praktische Funktionen. Dank eines Gehörschutzes mit Radio können Sie oder Ihre Mitarbeiter Musik hören, miteinander kommunizieren oder sogar Telefongespräche per Bluetooth-Verbindung führen. Doch Vorsicht: Isoliert der Gehörschutz zu gut (insbesondere bei der Kombination von Kapsel-Gehörschutz und Stöpseln), werden die Umgebung zu stark ausgeblendet und Gefahren zu spät erkannt.

Persönliche Schutzausrüstung: Professioneller Gehörschutz
    Zum Schutz vor
  • langanhaltendem Lärm über 100 dB
  • Hörschäden nach 15 Min. bei 110-120 dB
  • Hörschäden durch hohe Lärmbelastungen (ab 120 dB)
  • extrem hohen Lärmbelastungen (130 dB oder mehr)
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Schutzbrillen

Schutzbrillen dienen dazu, das Risiko von Verletzungen und sogar Blindheit durch Flugabfälle, Chemikalienspritzer, Gas und Staub zu verringern. Arbeiter, die auch im Alltag eine Brille tragen, können auf Schutzbrillen mit Korrektionsgläsern zurückgreifen.

Persönliche Schutzausrüstung: Schutzbrillen
    Zum Schutz vor
  • mechanischen Risiken (z.B. beim Zerspanen)
  • elektrischen Risiken
  • grosser Hitze
  • intensiver Lichtstrahlung (z.B. UV-Licht)
  • verspritzten Chemikalien oder giftigen Partikeln
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Fallschutzgurte

Sicherheitsgurte sind für Mitarbeiter konzipiert, die an unsicheren, hochgelegenen Orten arbeiten und somit absturzgefährdet sind. Sie verteilen das Gewicht des Körpers des Arbeiters gleichmässig, um Verrenkungen oder Verletzungen im Falle eines Sturzes zu vermeiden. Dadurch sind sie äusserst bequem und bieten zusätzliche Sicherheit.

Persönliche Schutzausrüstung: Fallgurte
    Zur Prävention von
  • Verlassen sicherer Umgebungen (via Verankerung)
  • Stürzen aus mittlerer und grosser Höhe
  • Verletzungen aufgrund unvermeidbarer Fälle
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Schweisshelme

Beim Schweissen rührt die Verletzungsgefahr nicht nur von Funken und Hitze, sondern auch von der extremen Helligkeit. Um die Netzhaut der Augen vor Schäden durch den Lichtbogen beim MIG-Schweissen zu schützen, bieten spezielle Schirme optimalen Schutz.

Automatik-Schweisshelme sind aufgrund ihrer Benutzerfreundlichkeit äusserst beliebt. Ein Sensor reagiert innerhalb von Millisekunden auf den Lichtbogen und dunkelt den Schirm ab. Dadurch haben Schweisser beide Hände frei, das umständliche Auf- und Absetzen des Helmes entfällt.

Persönliche Schutzausrüstung: Schweisshelme
    Zum Schutz vor
  • Retinaverletzungen beim MIG-Schweißen
  • Augenverletzungen beim MAG-Schweißen
  • Kopf- und Gesichtsverletzungen durch Funken
  • Rauch und anderen toxischen Giftstoffen
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Signalkleidung und Warnwesten

Dank des reflektierenden Materials können Träger von Warnwesten, Signaljacken und -hemden leicht erkannt werden. Somit bieten sie im Gegensatz zu der oben genannten Workwear keinen physikalischen Schutz, sondern haben eine Signalfunktion, die der Unfallprävention dient. Sie werden in drei Schutzklassen nach ISO 20471 unterteilt: Klasse 1 für einfache Sichtbarkeit, Klasse 2 für mittlere Sichtbarkeit (z.B. in der Nähe von Landstrassen) und Klasse 3 für maximale Sichtbarkeit (z.B. bei Arbeiten in der Nähe von Autobahnen).

Persönliche Schutzausrüstung: Warnwesten
    Wichtige Eigenschaften:
  • Unisex-Kleidung in bequemen Grössen
  • Reflektierende Oberfläche für bessere Sichtbarkeit
  • Helle, auffällige Signalfarben (z.B. Orange, Gelb)
  • Wasserdichtigkeit
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Häufig gestellte Fragen

Wie legt man PSA richtig an?

Beispiele:

  • Atemschutzmasken und Atemschutzmasken sollten zuerst am Hinterkopf befestigt und dann auf dem Gesicht positioniert werden, um einen festen Sitz zu gewährleisten.
  • Beim Anlegen von Gummi- und Arbeitshandschuhen ist darauf zu achten, dass auch das Handgelenk bedeckt ist.
  • Schutzbrille und Visier sollten zuerst über die Augen gelegt und dann am Hinterkopf befestigt werden.

Ablegen von persönlicher Schutzausrüstung

Bei der sicheren Entfernung der PSA gilt es, kontaminierte Flächen entsprechend zu berücksichtigen.

Beispiele:

  • Atemschutzgeräte und -masken sollten auf der Rückseite gelöst und dann vom Gesicht abgezogen werden, um einen Kontakt zwischen dem Gesicht und der Vorderseite des Gerätes zu vermeiden.
  • Handschuhe: Der erste sollte vom Körper weggeschält werden, indem man den Handballenbereich greift und zieht. Ziehen Sie den zweiten Handschuh aus, indem Sie einen Finger unter die Kante über Ihr Handgelenk legen und nach vorne drücken.
  • Entfernen Sie Schutzbrille und Visier, indem Sie sie hinten lösen oder entriegeln und nach vorne schieben, weg von Ihrem Gesicht.

Sollten Ihre Hände beim Entfernen der PSA mit Verunreinigungen in Berührung kommen, waschen Sie sie schnell mit einem geeigneten Reinigungsmittel.

Was sollten Sie tun, wenn Ihre PSA beschädigt ist?

Jegliche Beschädigung der PSA sollte unverzüglich dem Vorgesetzten gemeldet und ersetzt werden.

Wie man PSA richtig entsorgt

Einweg-PSA ist wahrscheinlich nach kurzer Zeit kontaminiert. Entsorgen Sie es in dafür vorgesehenen, ordnungsgemäss verschlossenen Abfallbehältern.

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